
ADFC-Radreiseanalyse 2025 © ADFC
ADFC-Radreiseanalyse 2025 in NRW
Düsseldorf, 04. März 2026
03/26
ADFC-Radreiseanalyse 2025 in NRW
Münsterland erneut unter den beliebtesten Radreiseregionen
17.300 Menschen haben an der repräsentativen Online-Umfrage zur ADFC-Radreiseanalyse 2025 teilgenommen – ein Rekord. Die Ergebnisse zeigen: 39,3 Millionen Menschen fahren Rad – im Urlaub, auf Radreisen oder in der Freizeit. Mit dem Münsterland kann sich eine Region aus NRW erneut als beliebte Radreiseregion behaupten. Aber in den Top 20 der beliebtesten Radfernwege ist mit dem Ruhrtalradweg auf Platz 17 nur eine einzige Route vollständig im nordrhein-westfälischen Gebiet angesiedelt. Das zeigt: Es besteht Handlungsbedarf, damit NRW als Radreiseland attraktiv bleibt.
Die meistbefahrenen Radreiseregionen
Das Münsterland ist nicht nur für Wasserschlösschen und Pumpernickel bekannt. Auch das Fahrrad, im Münsterländer Dialekt „Leeze“ genannt, ist eng verbunden mit der schönen Region im Norden von NRW. Passenderweise konnte sich das Münsterland in der neuen Radtourismus-Erhebung des ADFC erneut als beliebte Radreiseregion behaupten. Mit Platz 9 im Jahr 2026 liegt es nur geringfügig hinter dem Ergebnis von 2024 (Platz 8).
Die deutschlandweit beliebtesten Radreiseregionen sind auf Platz 1 die Nordseeküste (Niedersachsen), das Ostfriesland (Platz 2, Niedersachsen), der Bodensee (Platz 3, Baden-Württemberg) und die Grafschaft Bentheim/Emsland/Osnabrücker Land (ebenfalls Platz 3, Niedersachsen).
Die am meisten befahrenen Radfernwege
Der in NRW liegende Ruhrtalradweg ist nach wie vor populär, ist aber von Platz 6 (2024) auf Platz 17 (2026) gerutscht. Außerdem liegt der letzte Abschnitt des sehr beliebten Rheinradweges (Platz 4) in Nordrhein-Westfalen. Deutschlandweit ist der Elberadweg der am meisten befahrene Radfernweg Deutschlands.
Das sind die deutschlandweiten Top Ten: Elberadweg, Weserradweg, Ostseeküstenradweg, Rheinradweg, Bodensee-Königssee-Radweg, MainRadweg, Donauradweg, Moselradweg, Emsradweg, Fünf-Flüsse-Radweg.
Anke Reininger, Regionalmanagerin Bett+Bike NRW, sagt: „Auf dem Fahrrad kann man in NRW Einiges erleben. Von Industriekultur im Ruhrgebiet über sanfte Wellen in den Eifel-Ausläufern bis zu sportlich-bergigem Terrain im Hochsauerland, da ist für Jede und Jeden etwas dabei. Aber die Auswertung der Radreiseanalyse zeigt: NRW kann noch mehr! Wir konnten in den letzten Monaten auch einige neue Radrouten auszeichnen und neue Betriebe für das Zertifikat Bett+Bike gewinnen. Das alles trägt dazu bei, dass NRW noch attraktiver für Radreisende wird. Wir setzen darauf, dass die neuen Entwicklungen im touristischen Bereich sich bezahlt machen und NRW sich schon bald über mehr Radreisende freuen darf.“
Weitere Daten und Fakten
In der Radreiseanalyse werden vier Segmente abgefragt: Radreise, Radkurzreise, Tagesausflug und Radnutzung im Urlaub.
Radreise: 3,3 Millionen Menschen unternahmen 2025 eine klassische Radreise mit mehr als drei Übernachtungen. Sie machten zusammen 4,6 Millionen Radreisen und übernachteten im Schnitt 7,6-mal. 2023 waren in diesem Segment noch 3,6 Millionen Menschen unterwegs.
Radkurzreise: Auch die Radkurzreisen mit ein bis zwei Übernachtungen sind rückläufig: von 5 Millionen Menschen im Jahr 2023 auf 4,2 Millionen Menschen im Jahr 2025. Insgesamt gab es 7,6 Millionen Radkurzreisen. Der Mai und der Juni sind die beliebtesten Reisemonate.
Tagesausflüge: 34 Millionen Menschen unternahmen insgesamt 361 Millionen Tagesausflüge mit dem Rad. 2023 waren es noch 455 Millionen Tagesausflüge.
Radfahren im Urlaub: Öfter nutzen Menschen das Fahrrad im Urlaub. Hier sind es 12,7 Millionen Menschen, die insgesamt 22,8 Millionen Mal mit dem Fahrrad unterwegs waren. 2023 waren es hier noch 10,6 Millionen Menschen.
Das Segment Radfahren im Urlaub verzeichnet Wachstum, die drei anderen sinken im Vergleich zu 2023. Die Gründe sind vielfältig: Wechselhaftes Wetter und Regen im Juli 2025, größerer Wunsch nach Erholungs- und Familienreisen, stärkeres Bedürfnis nach Sicherheit und Entspannung sowie gestiegene Kosten.
Ausgaben
Radreisen sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wer mehr als drei Tage unterwegs war, gab im Schnitt 133 Euro pro Person und Tag aus. Kurzreisende gaben im Schnitt 144 Euro pro Tag aus, Radurlauber 128 Euro und Tagesausflügler 34 Euro. Die Ausgaben sind insgesamt gestiegen. Ein Grund dafür: Mehr Radreisende nutzten Hotels statt Campingplätze.
Insgesamt wurden im Jahr 2025 im Radtourismus zwischen 38,7 und 41,8 Milliarden Euro ausgegeben.
Hintergrund zur Radreiseanalyse
Die ADFC-Radreiseanalyse ist eine bundesweite, repräsentative Online-Befragung zum fahrradtouristischen Markt in Deutschland. Sie findet seit 1999 statt. In diesem Jahr nahmen 17.300 Personen ab 18 Jahren teil, ein neuer Rekord.
Als Tagesausflüge gelten alle Ausflüge in der Freizeit (nicht im Urlaub), die mit dem Rad unternommen wurden (ohne Übernachtung). Radreisen sind Reisen mit mindestens 3 Übernachtungen mit dem Hauptbestandteil Fahrradfahren. Kurz-Radreisen sind Reisen mit 1-2 Übernachtungen mit dem Hauptbestandteil Fahrradfahren. Radfahren im Urlaub: Hauptaktivität der Reise war eine andere (etwa Erholungsreise, Familienurlaub), aber das Fahrrad wurde (gelegentlich) genutzt. Radtourismus umfasst alle diese Segmente.
Hinweis an Redaktionen: Die Ergebnisse sowie Infografiken zur Radreiseanalyse 2025 finden Sie im Webdossier des ADFC. Pressefotos zu einzelnen Routen gibt es im Servicebereich unter dem jeweiligen Routeneintrag auf http://www.adfc-radtourismus.de.
